Technik
Betriebssystem
- Microsoft Windows CE
CPU
- 64 Bit SH-4 (128-Bit FPU), 200 MHz
- 360 MIPS / 1.4 GFLOPS
- 2-fach Superscaler-Processing Einheit
- 800 MB Datendurchsatz pro Sekunde
- Hauptspeicher: 16 MB SD-RAM
GPU
- Grafikchip: NEC PowerVR Series2 (PVR2DC)
- 100 MHz, 200 MegaPixel pro Sekunde
- Polygone: 3 bis 5 Millionen polys/sec mit Texturen und Lighting
- Grafikspeicher: 8 MByte
- Auflösung: 640×480
- gleichzeitig darstellbare Farben: 16,7 Millionen (24-Bit / "True Color")
Soundchip
- Yamaha AICA, 45 MHz, 64 Stimmen gleichzeitig (Digital Sound Processor auf Basis des ARM7)
- 64 Kanäle
- Soundspeicher: 2 MB
Fakten und Daten
Zunächst unter den Namen "Guppy", "Katana", "Dural" oder "Black Belt" bekannt, wurde die Konsole am 11. November 1998 in Japan veröffentlicht. Am 9. September 1999 kam sie in den US-amerikanischen- und am 14. Oktober 1999 in die europäischen Märkte. Im März 2001 wurde die Produktion wegen katastrophaler finanzieller Schwierigkeiten des Herstellers Sega eingestellt, dennoch erscheinen bis heute noch Spiele in Japan. In Europa und Nordamerika hingegen wurden Produktion und Verkauf von Dreamcast-Spielen bereits 2002 gestoppt.
Das Wort "Dreamcast" setzt sich aus den englischen Wörtern "Dream" (Traum) und "Cast" (Übertragung) zusammen.
In Japan und den US-amerikanischen Märkten wurde Dreamcast unter einem orangefarbenen Symbol veröffentlicht, welches umgangssprachlich "Kringel" genannt wurde. Die europäische Version des Dreamcast-Logos wurde aufgrund rechtlicher Konflikte mit der deutschen Kinderbücher-Firma Tivola, die einen ähnlichen orangefarbenen Kringel als Firmenlogo besitzt, blau eingefärbt.
Wie bei aktuelleren Spielkonsolen, gab es für Dreamcast bereits damals ein eingebautes Modem und einen separat erhältlichen Breitbandadapter, von dem nur wenige Stückzahlen gebaut worden sind. Deshalb ist er heute sehr teuer.
Konkurrenz und Meilensteine
Zu ihrer kommerziellen Glanzzeit (1999–2001) konkurrierte Sega Dreamcast vor allem in Japan mit der Sony PlayStation, in Europa und den USA zudem noch mit dem Nintendo 64. Durch den enormen Medienrummel der damals noch nicht erschienenen PlayStation 2 seitens der Massenmedien entstand indirekt noch ein weiterer Konkurrent. Dank dieser Lobeshymnen für PlayStation 2 und enormen Werbefehlern seitens Sega erreichte Dreamcast keine breite Käuferschicht. Die Vorteile der Sony PS2, der eingebaute DVD-Player und die Abwärtskompatibilität zur PlayStation, waren ein weiterer Grund, warum die Dreamcast ein Misserfolg wurde und Sega fast zur Aufgabe der Geschäftstätigkeiten brachte. Die Vorteile der Dreamcast – zukunftsweisende Onlinetechnik, Antialiasing für Kantenglättung, gameboyartige VMU – wurden nicht deutlich genug beworben. Außerdem entging vielen, welche Möglichkeiten die Dreamcast im Bereich eigens erstellbarer Software bietet. Gegenüber der PlayStation 2 mit ihrer DVD-Technik können mit Dreamcast DivX-Filme sowie Musik-CDs abgespielt werden.
Der Misserfolg lag keineswegs an der Qualität der Spiele, da sehr viele Software-Titel eine Revolution in der Videospiele-Geschichte darstellten. So war beispielsweise das Spiel "Phantasy Star Online" das erste Online-Videospiel das weltweit erschien und mit "Soul Calibur" wurde eine neue grafische Schwelle übertreten, die für lange Zeit in der sechsten Konsolengeneration als Standard galt. Das Spiel Shenmue stellte einen enormen Fortschritt in Sachen Realismus und Spielweltengröße dar. Viele Spiele, welche es zuerst nur exklusiv auf der Dreamcast gab, wurden später für die Xbox, den GameCube und die PS2 umgesetzt und waren ein großer Erfolg für Sega und sicherten die Zukunft Segas bis heute.
Sega führte auch erstmals den "50/60 Hz"-Auswahlbildschirm und die VGA-Box für europäische Spiele ein, womit selbst auf PAL-Fernsehgeräten in 60 Hz, oder in einer echten VGA-Auflösung von 640×480 Pixeln auf PC-Monitoren gespielt werden konnte. Dies bedeutete eine schnellere und ruckelfreie Spielgeschwindigkeit. Später kopierten andere Software-Firmen diese Option und diese ist nun auch in Spielen für die Xbox, PlayStation 2, Nintendo 64 (bei einigen Spielen) und GameCube zu sehen.
Das Leben nach dem (kommerziellen) Tod
Weiterhin erscheinen Spiele für Dreamcast in Japan und können zu einem erhöhten Preis importiert werden. Weltweit wurden schätzungsweise 8 bis 10 Millionen Dreamcast-Konsolen verkauft. Den größten kommerziellen Erfolg erzielte man in Nordamerika und nach einigen Anlaufschwierigkeiten besserte sich auch der Verkauf in Europa gegen Ende der Produktion. In Japan gelang aufgrund fehlender RPG-Blockbuster ("Role-Playing-Games", ein für den japanischen Markt sehr wichtiges Spiele-Genre) nie der große Durchbruch. Nach der Einstellung von Dreamcast im März 2001 zog sich Sega America schnell aus dem Dreamcast-Geschäft zurück und entfernte alle Verweise auf Dreamcast von der Website. In Europa bemühte man sich den Fans noch einige Spiele zu präsentieren. Dies geschah insbesondere durch die Zusammenarbeit mit Bigben Interactive und euro electronic trade (Thorsten Meyne und Friedrich-Karl Weide). Dadurch wurden einige nur noch für den japanischen Markt bestimmte Spiele, wie beispielsweise "Shenmue II" oder "Rez", doch noch in Europa veröffentlicht. Nach 2002 stellte man aber auch hier die Produktion von Dreamcast-Spielen ein. In Japan, dem schwächsten Markt für Dreamcast, erscheinen dennoch bis heute noch Spiele, die viele Dreamcast-Fans in Nordamerika und Europa importieren.
Neben einigen für den skurrilen japanischen Markt erschienenen Spielen erlebte Dreamcast in Japan durch Portierungen von einigen für Segas Naomi-Board konzipierten Spielhallen-Shoot’em Ups ein (wohl letztes) Wiedererwachen. Insbesondere die Programmierer von G-Revolution zeigten nach Ikaruga (2002) und Border Down (2003) mit ihrem Spiel Under Defeat (erschienen im März 2006 in Japan) noch einmal, zu welchen grafischen Leistungen Segas untergegangene Konsole fähig ist.
Im Januar 2007 ist das 2D-Shoot ’em Up Last Hope aus Deutschland, entwickelt vom NG:DEV.TEAM und veröffentlicht von redspotgames, erschienen und wird einen weltweiten Release trotz fehlender Sega-Lizenz erhalten. Zuvor wurde der Titel für Neo-Geo AES im Juli 2006 veröffentlicht. Für den Dreamcast-Port sind jedoch exklusive Inhalte angekündigt. Last Hope stellt für den Dreamcast die aufwändigste und kostspieligste Veröffentlichung von Hobbyprogrammierern bis dato dar.
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