Hardware
CPU
- Name: Gekko
- Leistung: 10,5 Giga-Flops (Spitze) (MPU, Geometry Engine, HW Lighting Total)
- Hersteller: IBM
- Kern: PowerPC 750CXe (G3) ähnlich
- Herstellungsverfahren: 0,18 Mikrometer (IBM Copper-Wire-Technologie)
- Taktfrequenz: 485 MHz
- CPU Kapazität: 1125 Dmips
- Interne Datenpräzision:
* 32-bit Integer
* 64-bit Floating-point
* 2x 32-bit Floating-point SIMD (paired single)
- Externes Bus:
* In der Spitze 1,3 GB/s Bandbreite
* 32-bit Adressspeicher
* 64-bit Daten-Bus; 162 MHz Takt
- Interner Speicher:
* L1: Befehl 32 KB, Daten 32 KB (8 Wege)
* L2: 256 KB (2 Wege)
Grafik
- Name: Flipper
- Hersteller: ArtX/Nintendo (ArtX ist seit 2000 Teil von ATI und gehört damit jetzt zu AMD)
- Herstellungsverfahren: 0,18 Mikrometer
- Taktfrequenz: 162 MHz
- Eingearbeiteter Framebuffer:
* Etwa 2 MB Kapazität
* Verträgliche Latenzzeit: 6,2 Nanosekunden
* RAM: 1T-SRAM
- Eingearbeiteter Texturencache:
* Etwa 1 MB Kapazität
* Verträgliche Latenzzeit: 6,2 Nanosekunden
* RAM: 1T-SRAM
- Texturlesebandbreite: In der Spitze 10,4 GB/s
- Hauptspeicherbandbreite: In der Spitze 2,6 GB/s
- Farbtiefe
* 24-bit RGB/RGBA
* 24-bit Z-Buffer
- Bildverarbeitungsfunktionen:
* Nebel
* Subpixel Anti-Aliasing
* 8 Hardwarelichter
* Alpha Blending
* Virtuelles Texturendesign
* Multi-texturing, Bump-Mapping
* Environment Mapping
* Mip Mapping
* Bilineares Filtern
* Trilineares Filtern
* Anisotropes Filtern
* Echtzeit Hardwaretexturdekompression (S3TC)
* Echtzeit Displaylist-Dekompression
* Dreizeiliger Hardware-Antiflackerfilter
Audio
- Hersteller: Macronix
- Wahrscheinlich proprietäres DSP
- Taktfrequenz: 81 MHz
- Befehlsspeicher:
* 8 KB ROM
* 8 KB RAM
- Datenspeicher:
* 8 KB RAM
* 4 KB ROM
- Gleichzeitige Audiokanäle: 64
- Kodierung: ADPCM
- Samplingfrequenz: 48 KHz
- Dolby Surround ProLogic II
Zusätzliches
GameCube-Disk mit einer Speicherkapazität von 1,46 GB
Speicherkarte (Memory Card)
- System-RAM:
* 24 MB Kapazität
* 10 Nanosekunden Zugriffszeit
* 1T-SRAM (kombiniert die Vorteile von SRAM mit erheblich reduziertem Ressourcenaufwand)
- ARAM (Audio/Auxilliary RAM):
* 16 MB Kapazität
* SDRAM
* 81 MHz Taktrate
- Laufwerk:
* Typ: Constant Angular Velocity (CAV)
* Zugriffszeit: 126 Millisekunden
* Datentransfer: max 2,4MB/s
- Datenträger:
* Hersteller: Matsushita
* Basiert auf DVD, aber proprietäres Format
* Durchmesser: 8 cm
* 1,46 GB Kapazität
- Controller-Anschlüsse: 4
- Memory-Card-Steckplätze: 2
- Analoge Audio/Video-Ausgänge: 1
- Digitale Audio/Video-Ausgänge: 1 (in der neueren Version des GameCubes nicht mehr vorhanden)
- Serielle Hochgeschwindigkeitsanschlüsse: 2 (für Modem oder Ethernet, für den zweiten Anschluss gibt es keine Geräte und er ist in der neueren Version des GameCubes ebenfalls nicht mehr vorhanden)
- Parallele Hochgeschwindigkeitsanschlüsse: 1 (Game-Boy-Player)
- Stromversorgung: AC-Adapter DC 12 V, 3,25 A
- Abmessungen Konsole: 150 mm × 161,5 mm × 110 mm
Geschichte
Nintendo veröffentlicht den 'GameCube' am 3. Mai 2002 in Deutschland. In den USA ist die Konsole seit dem 18. November 2001 erhältlich, in Australien seit dem 17. Mai 2002. Arbeitstitel war zunächst Dolphin, weshalb die Seriennummern mit “DOL” beginnen. Kurzzeitiger Arbeitstitel war danach Starcube. Offiziell abgekürzt wird die Konsole mit GCN, häufig zu lesen ist auch NGC.
Ursprünglich von Nintendo mit der Zielsetzung entwickelt das Unternehmen wieder an die Spitze der Konsolenhersteller zu führen, musste Nintendo schon zur Veröffentlichung des Gamecube herbe Rückschläge einstecken: Die Verkaufszahlen lagen deutlich unter denen der Playstation 2, mit Microsoft (Xbox) hatte Nintendo außerdem einen starken neuen Konkurrenten, welcher vor allem in den USA, Nintendos traditionell stärkstem Markt, zu einer echten Gefahr wurde. Ein weiteres Problem war die schlechte Unterstützung seitens der Dritthersteller, die den Gamecube nur stiefmütterlich behandelten, als ersichtlich wurde, dass Multiplattformtitel auf Nintendos Konsole schlechtere Verkaufszahlen aufwiesen als auf den Konkurrenzprodukten. Dies war letztendlich auch der Grund, weshalb das japanische Traditionsunternehmen bei den Verkaufszahlen hinter Microsoft und Sony zurückfiel. Verkauften sich Gamecube und Xbox bis in ihr drittes Jahr ungefähr gleichstark, knickten die Verkaufszahlen von Nintendos Konsole ab 2004 innerhalb weniger Monate ein. Grund dafür war die immer schlechtere Versorgung mit hochwertiger Software: Unabhängige Entwickler spendierten der Konsole keine Exklusivtitel mehr und Nintendo selbst war damit beschäftigt Spiele für die neue Handheldkonsole, den Nintendo DS, zu entwickeln, welcher Ende 2004 erstmals veröffentlicht wurde. Die Folge war eine anhaltende Software Flaute ab Mitte 2004, welche bis zum Erscheinen der Nachfolgekonsole (Wii) nicht mehr enden sollte. Es erschienen auch weiterhin neue Spiele, jedoch eher spärlich.
Bis heute verkaufte Nintendo rund 21,5 Millionen Gamecube, fiel damit weit hinter die Nutzerzahlen von Sony zurück und musste sich auch Microsoft knapp geschlagen geben. Dennoch wird der Gamecube allgemein nicht als Flop gewertet, da Nintendo es stets schaffte mit diesem Geschäftszweig einen bescheidenen Gewinn zu erwirtschaften. Außerdem ist der Gamecube das Zuhause vieler berühmter Spieleserien wie zum Beispiel The Legend of Zelda und Super Mario und brachte auch gänzlich neue Spielideen (Das außergewöhnliche Pikmin sei hier als Beispiel genannt) sowie die Wiedergeburt der Metroid Serie, Metroid Prime 1 und 2, hervor.
Weitere Informationen
Der GameCube ist annähernd wie ein Würfel geformt und setzt als erste Spielekonsole von Nintendo auf einen optischen Datenträger, nachdem die Vorgängerkonsole Nintendo 64 massiv dafür kritisiert wurde, die Spiele auf einer Cartridge (Steckmodul) zu speichern, die wenig Speicherplatz besaßen und hohe Kosten verursachten.
Als Speichermedium für die Spiele dient eine DVD mit einem Durchmesser von 8cm (entspricht dem der MiniDVD) und einer Kapazität von 1,46 GByte. Die DVDs werden entgegen weit verbreiteten Meinungen physikalisch nicht anders gelesen als normale Mini-DVDs. Die Inkompatibilität zu normalen DVD Laufwerken wird durch fehlerhafte Fehlererkennungscodes hervorgerufen durch die ein normales DVD Laufwerk die richtig gelesenen Daten als fehlerhaft erkennt. Dies soll die Möglichkeit der Anfertigung von Kopien mit handelsüblichen DVD-Brennern auf MiniDVDs erschweren.
Zur Speicherung von Spielständen wird eine spezielle Speicherkarte (Memory Card) verwendet, die an der Frontseite in das Gerät eingesteckt wird. Anfangs bestand das Problem, dass einige Spiele wie z. B. Die Sims nicht abgespeichert werden konnten, weil die originale Memory Card von Nintendo eine zu geringe Speicherkapazität hatte und auf eine Karte eines Drittherstellers zurückgegriffen werden musste. Das Problem wurde kurze Zeit später von Nintendo behoben und eine Speicherkarte mit mehr Speicherplatz angeboten.
Neben einem digitalen Steuerkreuz verfügt der Controller über zwei analoge Sticks, vier Feuerknöpfe und einen Startknopf, die der Spieler mit den Daumen bedient. An der Stirnseite besitzt der Controller zwei analoge L- und R-Knöpfe, die aber auch jeweils einen digitalen Druckpunkt haben, der beim vollen durchdrücken der Tasten betätigt wird, und einen digitalen Z-Knopf, der mit dem rechten Zeigefinger ausgelöst wird. An einer Konsole lassen sich bis zu vier Eingabegeräte anschließen.
Die Konsole und Eingabegeräte sind in Europa und den USA in den Farben Purple (oft auch als Indigo genannt), Schwarz und Silber erhältlich, sowie, seit Erscheinen des Spieles Mario Smash Football, auch in Weiß. Der lila GameCube stellt sozusagen das markenbestimmende Basisangebot dar (vergl. hierzu etwa die Veröffentlichung der ersten GBAs, die ebenfalls lila waren), gefolgt von der schwarzen Variante, welche schon immer als Alternativ-Design verfügbar war.
In Japan sind zusätzlich die Farben Rot, Starlight Gold, Symphonic Green und Spicy Orange erhältlich. Der silberne GameCube war in limitierter Auflage als ein Zelda- und Mario Kart-Gebinde auch in PAL-Regionen erhältlich.
Im November 2006 erschien in Japan als Nachfolger des Gamecubes die Nintendo Wii. Die Wii ist kompatibel zu Spielen und Controllern für den Gamecube. In Europa ist die Wii seit dem 8. Dezember 2006 erhältlich.
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