Der Game Boy Color erschien 1998 als indirekter Nachfolger des Game Boys sowie des Game Boy Pockets. Er hatte als erste tragbare Nintendo-Spielkonsole einen Farbbildschirm, der 32.768 Farben darstellen konnte (56 gleichzeitig). Die Nintendo-Vorgänger konnten maximal vier Grautöne anzeigen.Die Gestalt hatte sich nur geringfügig verändert. Er ist dünner als der Game Boy, aber dicker als der Game Boy Pocket. Neu war jedoch eine Infrarot-Schnittstelle, mit der man in einigen Spielen ohne Link-Kabel gegen andere Spieler spielen kann. Mit dem passenden Modul ist es möglich, den Game Boy Color, dank der Infrarotschnittstelle, in eine Fernbedienung zu verwandeln. Oft wurde sie jedoch nur zur Übertragung von kleineren Spieldaten (Highscores usw.) verwendet.
Der Game Boy Color ist zu seinen Vorgängern abwärtskompatibel. Die Steckmodule der für das ursprüngliche und den Game Boy Pocket erschienenen Spiele können genutzt werden. Dabei wird die Schwarz-Weiß-Grafik in einer wählbaren 4-Farb-Grafik dargestellt.Den Game boy Colour gibt es in den Farben blau, grün, hellgrün und in lila.
Gameboy: Technische Details
- Hersteller: Nintendo
- Erscheinungsjahr: 1989
- Prozessor: Z80-Nachbau (8Bit), 4,19 MHz
* Beim Game Boy Color ist der doppelte CPU-Takt per Register einstellbar
- Speicher: 8 KByte RAM
- Modulgrößen: 256 KBit, 512 KBit, 1 MBit, 2 MBit, 4 MBit, 8 MBit, 16 MBit
- Sound: 4 Kanal Stereo
- Grafik: Dot-Matrix LCD, Größe 2.6", maximale Auflösung 160×144 Pixel, vier Graustufen
* 56 Farben gleichzeitig aus einer Farbpalette von 32.786 Farben beim Game Boy Color
- Sprites: 8×8 Pixel oder 8×16 Pixel groß, Maximalanzahl 40 Stück
- Stromversorgung: 4 AA (Mignon)-Batterien
Der Game Boy ist etwa so groß wie die ersten Mobiltelefone. Ein unbeleuchteter schwarz-grüner LC-Bildschirm, ein Steuerkreuz und vier Steuertasten sowie ein Mono-Lautsprecher waren die von außen sichtbaren Komponenten. An der Unterseite befand sich eine 3,5-mm-Kopfhörerbuchse mit Stereoausgang.
Die Spiele wurden auf ROM-Steckmodulen verkauft, welche auf der oberen Rückseite des Game Boys senkrecht eingesteckt wurden.
Über einen seitlich angebrachten so genannten Link-Anschluss („Game Link Dialogkabel“) kann der Game Boy mit einem weiteren Gerät verbunden werden, was das gleichzeitige Spielen zu zweit erlaubt, falls das Spiel dies unterstützt. Durch einen optional erhältlichen 4-Spiele-Adapter kann man den Game Boy auch an bis zu drei weiteren Game Boys anschließen. Mit der Zeit erschien außerdem zahlreiches Zubehör wie Netzteile, Lupen für den Bildschirm, Lampen, eine Game Boy Camera und ein Game Boy Printer.
Anwendungen
Grundsätzlich ist der Game Boy für Spiele konzipiert, aber es ist auch möglich, mit speziellen Programmen wie Carillon, LSDj, Music Box, Nanoloop, Pocket Music, etc. Musik zu komponieren. Die relativ einfache Technik ist (auch im Vergleich zu konventionellen Synthesizern oder Sequenzern) von beträchtlicher, klanglicher Vielfalt. Es gibt im deutschsprachigen Raum auch Bands, die den Game Boy auf ihren Konzerten verwenden.
Über die Videospielmusikcommunitysite OverClocked ReMix vertreiben einige professionelle Künstler ihre Neuinterpretationen bekannter Musikstücke von Game-Boy-Spielen.
In Japan brachte Nintendo mit dem PlayYan selbst ein Modul für den GBA auf den Markt, mit welchem Dateien im MP3-, MPEG-4- und DivX-Format dargestellt und abgespielt werden können. Eigene Musik lässt sich mit ihm aber nicht komponieren.
Außerdem kann der Gameboy auch für einfache Mess- und Steueraufgaben benutzt werden. Hierzu müssen besondere Steckmodule gebaut und eigene Programme geschrieben werden. Es werden allerdings auch einige Spezialmodule u. a. fürs Autotuning, zum Blutzuckermessen oder zum Steuern von Nähmaschinen kommerziell vertrieben.
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