Hardware

Nintendo NES

Technische Daten


- CPU: 2A03 (ein 6502-Derivat) getaktet mit 1,77 MHz (PAL)/ 1,79 MHz (NTSC)
- Graphikchip: PPU Ricoh Chip (NTSC: RP2C02, PAL: RP2C07)
- Soundchip: Die Geräuschfunktionen sind in die CPU integriert (5 Soundkanäle). 2 Rechteck Wellenformen mit variabler Pulsbreite, eine Dreieck Wellenform, ein Rauschgenerator und ein digitaler 6bit Delta PCM Soundkanal.
- Speicher:
     +RAM: 2 KB (manche Spiele enthalten zusätzliches Ram, wie z.B. Super Mario Bros. 3 (8KB))
     +Video RAM: 2 KB
     +Modulgröße: 192 Kbit–6 Mbit
- Auflösung:
     +256×224 Pixel (NTSC)
     +256×240 Pixel (PAL)
- Farben & Sprites:
     +16 aus 52 Farben gleichzeitig darstellbar
     +Spritegröße 8×8 Pixel oder 8×16 Pixel
     +64 Sprites gleichzeitig darstellbar (max 8 pro Bildschirmzeile)
- Abmessungen: 255mm × 85mm × 202mm

Geschichte


Nach einigen erfolgreichen Spielhallenautomaten in den frühen 1980er Jahren plante Nintendo eine Videospielkonsole für den Heimgebrauch mit austauschbaren Spielmodulen. Masayuki Uemura entwarf schließlich das Famicom, das in Japan am 15. Juli 1983 veröffentlicht wurde und zum Preis von 14.800 Yen zu erstehen war. Bis Ende 1984 mauserte sich das Famicom zur bestverkauften Videospielkonsole in Japan. Zu dieser Zeit beschäftige sich Nintendo bereits mit einem Release in den USA, wo der Videospielmarkt aufgrund des Branchenzusammenbruchs von 1983 praktisch nicht existent war. Zunächst gab es die Überlegung, die Konsole in den USA unter Ataris Namen zu veröffentlichen, doch deren Interesse richtete sich mehr auf ihre nächste Konsole, den Atari 7800. Deswegen nahm Nintendo den Vertrieb selbst in die Hand.

Erstmals wurde die Konsole als Nintendo Advanced Video System vorgestellt, mit Zubehör wie einer Tastatur, Kassetten-Rekorder, Infrarot-Joystick und einem speziellen BASIC Programming Language-Modul. Das kompliziert und überladen wirkende AVS wurde nochmals überarbeitet und in abgespeckter Version auf der CES (Consumer Electronic Show) im Juni 1985 als Nintendo Entertainment System vorgestellt. Nach einem erfolgreichen Start in New York mit 50.000 verkauften Einheiten, veröffentlichte man am 18. Oktober 1985 das NES schließlich landesweit. Erst nur in ausgesuchten Verkaufsstellen, später gab es die Konsole überall zu kaufen. Die Konsole wurde in zwei verschiedenen Bundles angeboten: Das NES Deluxe Set beinhaltete neben der Konsole den R.O.B., einen Zapper, zwei Controller und die Spiele Duck Hunt und Gyromite und war für $ 249 USD zu erstehen, das NES Action-Set mit einem Super Mario Bros./Duck Hunt-Multimodul gab es für $ 199. Für den Rest der Dekade war das NES die unangefochtene Nr. 1 des amerikanischen und japanischen Marktes und die Spiele brachen einen Verkaufsrekord nach dem anderen.

In Europa und Australien – den Regionen mit PAL-Fernsehnorm – wurden die Märkte aufgesplittet in PAL A und PAL B. Mattel (PAL A) war für den Vertrieb des NES und dessen Spielen in Großbritannien, Australien und Italien zuständig, der PAL B-Markt, welcher aus dem restlichen Europa bestand, wurde unter verschiedenen Distributoren aufgeteilt (beispielsweise die Firma Bienengräber in Deutschland, welche schon die Game & Watch-Spiele erfolgreich vertrieben hatte). Mit der Eröffnung von Nintendo of Europe nahm Nintendo den Vertrieb selbst in die Hand.

Als in den 1990ern die ersten 16-Bit Konsolen (wie beispielsweise das Sega Mega Drive) Einzug hielten, ging die Dominanz des NES langsam zu Ende. Auch Nintendo veröffentlichte zu Beginn der Neunziger die Nachfolgekonsole Super Nintendo Entertainment System, kurz SNES. Nintendo unterstützte das NES aber weiterhin und veröffentlichte noch eine neue, kleinere Version der Konsole in den USA, Japan und Australien. 1995 nahm Nintendo of America das NES nach stets sinkenden Verkaufszahlen schließlich offiziell aus dem Programm, in Europa erschienen die letzten Spiele 1996. In Japan wurde die Produktion des AV Famicom noch bis 2003 fortgesetzt.

Nach dem offiziellen Ende der Konsole im Westen entstand eine rege Sammlergemeinde rund um das 8-Bit-Gerät. Zusammen mit der wachsenden Emulation-Szene erlebte die Konsole in den späten Neunzigern sozusagen ihren zweiten Frühling. Auch heute erfreut sich das NES und dessen Spiele nicht nur bei Videospielsammlern großer Beliebtheit. Nicht selten wird für begehrte Module und Zubehör weit mehr bezahlt, als sie bei ihrem Erscheinen gekostet haben.

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